In den finsteren Wäldern – Richard Laymon

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Die Geschichte In den finsteren Wäldern handelt von zwei unterschiedlichen Gruppen, die zu einem Ausflug in die Berge Kaliforniens unterwegs sind. Beide Gruppen landen dann in einem Motel im Städtchen Barlow, das sich so gar nicht als das Motel entpuppt, als das es sich ausgibt.

Titel: In den finsteren Wäldern – Autor: Richard Laymon – Verlag: Festa Verlag – ISBN: 978-3-86552-100-2 – Seitenzahl: 255 – Erscheinungsdatum: 12.10.2011 – Format: Taschenbuch

„Ich glaube, das ist gar kein echtes Motel. Ich denke, es ist eine Art Falle.“ S. 43

Wie für Laymon typisch, beschreibt jedes Kapitel die Geschichte aus der Sicht einer der Gruppen. Er bekommt das geschickt hin, ohne dass man den Faden verliert und jeder Handlung noch folgen kann. Ich habe schon circa zehn Bücher von Richard Laymon gelesen und kann sagen, dass ich seine Geschichten wirklich liebe, denn sein Schreibstil ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Laymon mischt nämlich Thriller mit einem gewissen Funken Sex ohne, dass es zu plump oder aufdringlich wird. Allerdings ist es mir bei In den finsteren Wäldern doch zu aus dem Kontext gerissen. Und ich erkläre auch wieso:

Beide Gruppen werden von Einheimischen in den Wald verschleppt

An Bäumen angebunden werden sie zurückgelassen und den sogenannten Krulls überlassen. Das sind grausame, brutale Wilde, bei denen Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung stehen. Der Spannungsaufbau ist gut, bis Lander Dills, der Vater einer der Gruppen, beim Fluchtversuch der Familie auf eigene Faust versucht zu entkommen und im Dickicht zwei Frauen der Krulls beim Sex in einem Bach beobachtet. Dann überlegt er sich, die hässlichere Frau zu töten, um mit der hübscheren Sex zu haben – diese danach natürlich auch zu töten. Das kommt für mich so überraschend, unvorhersehbar und fast schon unpassend, dass ich ab da am roten Faden beziehungsweise der „Authenzität“ der Geschichte zweifle. Das Ganze entwickelt sich irgendwie in ein Durcheinander während die mittlerweile durch die Flucht zerschlagenen Gruppen versuchen aus dem Wald zu entkommen.

Der Leser hat laaaaange, laaaaange überhaupt keine Ahnung, wer diese wilden Krulls überhaupt sind. Zum Glück hat Laymon dann noch eine Erklärung eingebaut. Einer der Einheimischen, Robbins, hat sich nämlich auf die Seite einer der Gruppen geschlagen und versucht, gemeinsam mit ihnen aus dem Wald zu fliehen. Er erklärt ihnen, wer die Krulls sind:

„Die Krulls waren als Erste hier. Niemand scheint zu wissen, woher sie kommen. Allerdings gibt es reichlich Theorien. Manche behaupten, sie wären Kinder des Teufels, andere sagen, sie sind eine Art Stamm aus der Steinzeit. (…) Was immer sie wirklich sind, sie haben die Kontrolle. Früher sind sie etwa einmal pro Monat über die Ortschaft hergefallen, aber unsere Vorväter ließen sich etwas einfallen und finden an, ihnen Fremde auszuliefern.“ S.126-127

So schließt sich der Kreis für den Leser und man versteht, warum die Krulls ihr Unwesen in diesem Wald treiben und warum diese Einheimischen der Stadt Barlow ihnen die Menschen ausliefern.

Was ich hier noch besonders positiv erwähnen möchte, ist die Aufmachung des Buches. Unabhängig von der Haptik des Buches (man denkt, dass es einem Ledereinband nachgeahmt wurde) sind die Kapitel super passend im Stil eines wirklich finsteren Waldes aufgemacht.

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Meiner Meinung nach sollte man das Buch nicht lesen, wenn man noch kein einziges Buch von Richard Laymon gelesen hat, sich aber für seine Werke interessiert. Da gibt es weitaus bessere Geschichten, die mich bereits mehrfach vom Hocker gehauen haben. Als eingefleischter Fan jedoch sollte man trotz der doch irgendwie chaotischen und für mich übertrieben dargestellten Story das Buch lesen. Allein schon wegen des Vorwortes der Tochter von Laymon. Aus diesen Gründen gebe ich dem Buch 2/5 Sternen.

xoxo Susan

Werbung, Rezensionsexemplar aus dem Festa Verlag. Die Meinung zum Buch ist meine eigene.

 

Ein Kommentar zu „In den finsteren Wäldern – Richard Laymon

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